Schweizer Personaldienstleiter im Fokus

Die Schweizer Personaldienstleister haben eine wichtige Schlüsselfunktion für den Arbeitsmarkt. Als professionelle Vermittler ist es ihr wichtigstes Anliegen, geeignete Kandidaten und suchende Unternehmen passgenau zusammen zu führen. Dabei sprechen die Zahlen für sich. Jährlich finden etwa 340.000 Bewerber über einen Personaldienstleister eine neue berufliche Herausforderung.

Von den rund 800 Schweizer Personaldienstleistern gehören 82 Prozent den kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) an. Das heisst, ihr Jahresumsatz liegt unter 20 Millionen Franken. Selbstständigkeit wird in der Branche gross geschrieben. Immerhin sind 3 von 4 Betrieben inhabergeführt. Hochgerechnet beschäftigen die privaten Personaldienstleister landesweit 5.000 Mitarbeitende. Das sind beinahe doppelt so viele wie bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAZ). Auch dies verdeutlicht die Relevanz, die die privaten Vermittler haben.

Wer leitet die Personaldienstleister-Unternehmen?

Der durchschnittliche Geschäftsführende ist übrigens 49 Jahre alt und verfügt über 18 Jahre Berufserfahrung in der Personalbranche. Darüber hinaus hat der überwiegende Teil eine Berufsausbildung oder ein Hochschulstudium abgeschlossen. Und zwar zumeist in dem Bereich, in welchem sie nun vermittelnd tätig sind. Damit verfügen die Personaldienstleister über Branchenkenntnisse und fachliches Knowhow und wissen genau, welche Anforderungen Unternehmen an potenzielle Kandidaten stellen. So sind sie in der Lage, schnell und gezielt geeignete Bewerber zu finden.

In erster Linie sind die Geschäftsführenden Unternehmer, die für Erfolg oder Misserfolg ihrer Firma eigenverantwortlich einstehen müssen. Natürlich spielen finanzielle Aspekte daher bei der täglichen Arbeit eine nicht unwesentliche Rolle. Als weit wichtigere Motivation gilt den meisten aber die Eigenständigkeit und die Möglichkeit, eigene Ideen umsetzen zu können. Auch der Umgang mit Menschen ist ein wichtiger Aspekt bei der beruflichen Tätigkeit als Personaldienstleister. Daneben hat auch das Berufsethos als Motivationsfaktor eine hohe Bedeutung. Die meisten Unternehmen setzen sich für faire Arbeitsbedingungen und Löhne ein.

Was bieten Personaldienstleister?

Kernstück der angebotenen Dienstleistungen ist nach wie vor die Temporärarbeit. Während hier vor gut 30 Jahren noch der Verleih von Hilfskräften im Vordergrund stand, geht es heutzutage vermehrt um Fach- und Führungskräfte. Aber auch die Feststellenvermittlung ist ein grosses Segment im Angebot der Personaldienstleister. Inzwischen geht der Trend weg vom reinen Personalverleih hin zu umfassenderen Dienstleistungspaketen. So etwa bei denjenigen Unternehmen, die sich auf den Bereich Headhunting spezialisiert haben oder im Outplacement tätig sind.

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Daneben gehören Try & Hire und Payrolling mittlerweile bei über 80 Prozent der Unternehmen mit zum Programm. Try & Hire gibt einem suchenden Betrieb die Möglichkeit, einen Kandidaten zunächst drei Monate temporär zu beschäftigen. Stellt der Betrieb nach dieser Erprobungsphase den Mitarbeiter fest an, entfällt die Vermittlungsgebühr. Das bietet vor allem Quereinsteigern und Menschen mit eher bunten Lebensläufen neue Chancen. Beim Payrolling übernimmt der Personaldienstleister gegen eine Gebühr die Abrechnung von Lohn und Sozialversicherungsbeiträgen. Darin eingeschlossen sind auch weitere Leistungen, wie etwa die Betreuung im Krankheitsfall.

Des weiteren gewinnt auch das Recruitment Process Outsourcing (RPO) zunehmend an Bedeutung. Dabei übergibt ein Unternehmen die Bewerbersuche teilweise oder ganz in die Hände des Personaldienstleisters. Am umfassendsten ist dies bei einer Managed Service Provision (MSP) der Fall. Hier obliegt dem Personaldienstleister nicht nur die Auswahl des Personals. Sondern er steuert zudem den gesamten Einsatz der flexiblen Arbeitskräfte. Zurzeit sind 21 Prozent der Dienstleister in diesen Segmenten unterwegs. Tendenz steigend. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung werden hier die Kosten sinken und Personalunternehmen können sich so neue Kundenkreise erschliessen.

Wo geht die Reise hin?

Zweifelsohne verändert sich die Arbeitswelt und damit auch die Personalbranche. Globalisierung, technologischer Fortschritt und New Work-Konzepte sorgen für ständig neue Impulse. Die meisten Personaldienstleister gehen davon aus, dass die Digitalisierung einen stetig wachsenden Einfluss haben wird. Außerdem glauben sie an einen Wandel bei den Arbeitsmodellen – weg vom klassischen Arbeitsverhältnis hin zu mehr Flexibilität.

Künstliche Intelligenz im Recruiting, Gig Economy, der Verleih von Robotern – der Blick in die Zukunft der Arbeitswelt ist faszinierend und zuweilen erschreckend. Dennoch ist sich die Mehrzahl der Personaldienstleister einig, dass der Mensch weiterhin im Mittelpunkt steht. Dazu gehört auch eine verstärkte Fokussierung auf den Bereich des HR-Consultings durch geschulte, kompetente Personalberatende.

Quelle: swissstaffing – Studie «Personaldienstleister»

Foto: Pixabay

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