Personalmanagement – Teil der Unternehmensstrategie

Ganz klar – Unternehmen müssen Umsätze machen und Gewinne erzielen, damit sie sich am Markt behaupten können. Sie brauchen Kunden, die ihre Produkte oder Dienstleistungen erwerben. Und dazu wollen schliesslich Produkte produziert und Dienste geleistet werden. Das geht nicht ohne die richtigen Mitarbeitenden. Diese sind ein ganz entscheidender Faktor dafür, ob ein Unternehmen Erfolg hat oder nicht. Zu jeder Unternehmensstrategie gehört deshalb auch ein gutes Personalmanagement. Denn hier entscheidet sich, ob eben genau diese Mitarbeitenden zur Verfügung stehen.

Definition: Was ist Personalmanagement?

Das Personalmanagement befasst sich innerhalb des betriebswirtschaftlichen Gesamtkonzepts mit der Ressource Mensch. Es plant und steuert alle erforderlichen Prozesse rund um die Mitarbeitenden. Während früher eher die Begriffe Personalverwaltung und Personalwesen gebräuchlich waren, heisst es heute auch ganz modern Human Ressources Management. Die wesentliche Aufgabe des Personalmanagements besteht darin, den Personalbereich im Hinblick auf die Unternehmensziele zu lenken. Das kann nicht losgelöst von anderen Bereichen allein durch die Personalabteilung geschehen, sondern betrifft das Unternehmen als Ganzes. Wie sich die Personalpolitik gestaltet, hat nämlich grossen Einfluss auf die Unternehmenskultur und damit auch auf die Aussenwirkung.

Welche Bereiche gibt es im Personalmanagement?

In der Vergangenheit hatte das Personalwesen hauptsächlich administrative Aufgaben. Die Lohnbuchhaltung, die Überwachung von Arbeitsverträgen sowie das Führen von Personalakten standen dabei im Vordergrund. Inzwischen hat sich das in den meisten Betrieben grundlegend geändert. Das liegt vor allem daran, dass man erkannt hat, dass Personal sich nicht bloss verwalten lassen will. Stattdessen ist der einzelne Mensch mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen mehr in den Mittelpunkt gerückt. Nicht zuletzt sorgt auch der «War for Talents» dafür, dass das «Humankapital» an Bedeutung gewinnt. Modernes Personalwesen hat ein viel breiteres Aufgabenspektrum als noch vor Jahren.

Wichtige Teilbereiche im Personalmanagement:

Personalplanung: Welchen Bedarf gibt es kurz-, mittel- und langfristig?
Personalbeschaffung: Woher kommen benötigte Mitarbeitende? Wie gestaltet sich das Recruiting?
Leistungsbeurteilung und Mitarbeiterführung: Werden die Ziele erreicht? Passen Führungsstil und – instrumente?
Arbeitsorganisation: Stimmen die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsmittel?
Personalentwicklung: Werden Mitarbeitende richtig eingesetzt? Können sie sich weiterbilden? Welches Potenzial haben sie?
Berufsbildung: Wie steht es um die Ausbildung im Betrieb?
Personalbetreuung: Welche Bedürfnisse gibt es konkret?

Dabei ist vor allem die strategische Personalplanung eine der zentralen Aufgaben, an der auch die Unternehmensführung mitwirken muss. Denn wenn dort die allgemeinen Ziele festgesteckt werden, geht das eben nicht ohne die Ressource Mensch. Das Personalmanagement hat eine grundlegende Bedeutung im gesamten Unternehmensgefüge und sollte keinesfalls vernachlässigt werden. Geht es den Mitarbeitenden gut, geht es auch dem Unternehmen gut – und umgekehrt. Aber Personalmanagement ist wegen seiner Komplexität nichts, was sich mit links erledigen liesse. Im Gegenteil, hier sind HR-Profis gefragt, die ihr Handwerk beherrschen.

HR Karriere – Ausbildung oder Studium im Personalmanagement

Nicht nur der demografische Wandel wird dafür sorgen, dass Unternehmen ihre Personalstrategie überdenken und neu ausrichten müssen. Weil gutes Personalmanagement Fachkräfte braucht, kann ein Job im HR-Bereich durchaus einer der Berufe mit Zukunft in der Schweiz sein. Er eignet sich für alle, die gern mit Menschen arbeiten. Das Wissen, was man im Personalbereich braucht, ist umfangreich. Betriebswirtschaft, Psychologie, Pädagogik und Recht sind nur einige der Felder, in denen man sich auskennen muss. Es ist klar, dass man das nicht im Vorbeigehen mitnehmen kann.

Deshalb gibt es mittlerweile in der Schweiz verschiedene Möglichkeiten, sich dieses Wissen anzueignen. Ein gute Grundlage für einen Einstieg in die Welt des Personalmanagements ist das Zertifikat Personalassistent / Personalassistentin HRSE. Darauf baut die Weiterbildung zum HR-Fachmann / zur HR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis in drei verschiedenen Fachrichtungen auf (↗ weitere Informationen beim Trägerverein Human Ressources Swiss Exam). Das öffnet die Tür für eine Karriere in der HR-Abteilung, in der öffentlichen Personalverwaltung oder bei einem privaten Personaldienstleister.

Oder aber man entscheidet sich sogar für ein Masterstudium im Personalwesen. Auch dabei gibt es verschiedene Bereiche, auf die man sich spezialisieren kann (↗ Studiengänge und Anbieter im Überblick). Doch nicht nur für Berufseinsteiger im Personalmanagement ist das interessant. Wer Personal verleiht oder vermittelt, braucht im Grunde keine besondere Qualifikation dazu. Dennoch kann der Nachweis über einschlägiges Fachwissen ein Wettbewerbsvorteil sein und sowohl Kunden als auch Bewerber überzeugen.

Wie wichtig ist Personalmanagement?

Im Zeitalter der Industrialisierung waren die Aufgaben klar verteilt. Entscheidungen wurden von der Unternehmensleitung getroffen und nach unten durchgereicht. Es herrschte ein hierarchischer Führungsstil und Mitarbeitende hatten zu funktionieren, wie die Maschinen, an denen sie arbeiteten. Doch die Welt hat sich verändert und mit ihr die Sicht auf den Wert des Menschen. Heutzutage ist kaum jemand einfach so ersetzbar. Der Wandel zur Wissensgesellschaft hatte auch ein neues Selbstbewusstsein bei der Arbeitnehmerschaft im Gepäck. Das geht ebenfalls mit neuen Anforderungen an den Arbeitsplatz einher.

Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden immer noch für beliebig austauschbar halten und sich nicht um ihr Personalmanagement kümmern, könnten die Verlierer der Zukunft sein. Denn wenn sie als unattraktiver Arbeitsort gelten, was sich dank Internet inzwischen schnell herumspricht, werden ihnen irgendwann diejenigen fehlen, die sie dringend brauchen. Gutes Personalmanagement hat zum Ziel, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in welchem sich Mitarbeitende mit ihrem Unternehmen identifizieren können. Eine Aufgabe, die nicht endet und das Personalwesen immer wieder vor neue Herausforderungen stellt!

Foto: Ryoji Iwata | unsplash.com

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2020-12-07T20:55:06+00:00