Berufe mit Zukunft in der Schweiz

Berufe mit Zukunft

Wie sieht die Arbeitswelt in der Schweiz von Morgen aus? Diese Frage stellen sich angesichts zunehmender Digitalisierung immer mehr Menschen. Die sich immer schneller verändernde Arbeitswelt stellt Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor bedeutende Veränderungen, denn der technologische Wandel schafft nicht nur Arbeitsplätze, sondern wird auf kurze oder lange Sicht auch Arbeitsplätze kosten, die durch Maschinen oder Berufe der Zukunft ersetzt werden.

Vor allem einfache Tätigkeiten fallen im Zuge der Automatisierung und Digitalisierung weg. Davon sind zum Beispiel Paketboten betroffen, deren Jobs in Zukunft wahrscheinlich vermehrt Drohnen übernehmen werden. Zahlreiche Tätigkeiten in der Industrie werden bereits heute von Robotern übernommen. Allerdings sind nicht nur einfache Tätigkeiten betroffen, sondern zunehmend auch Tätigkeiten, die besondere Fachkenntnisse verlangen, zum Beispiel in der Finanzwelt, in der zunehmend Algorithmen darüber entscheiden, ob ein Anlagegeschäft ausgeführt wird oder nicht.

Berufe mit Zukunft im Dienstleistungssektor

In den vergangenen Jahren haben sich Arbeitnehmer aus dem Dienstleistungssektor mit einer mittleren oder höheren Ausbildung kaum Gedanken über den fortschreitenden technologischen Wandel gemacht. Berufe der Zukunft betreffen doch nur Routinetätigkeiten und einfache Arbeiter, oder etwa nicht? Der technologische Wandel macht jedoch auch nicht vor den sogenannten Bürojobs halt. Im Vertrieb, beim Steuerberater und Rechtsanwalt, überall lassen sich Tätigkeiten, die vormals viel Zeit in Anspruch genommen haben, mit wenigen Klicks am Computer automatisieren. Tätigkeiten im Steuer- und Rechtsberatungsbereich sowie im Vertrieb verlangen jedoch eine höhere Ausbildung und Tätigkeiten, die kein Computer oder Roboter übernehmen kann. In diesen Berufsfeldern bleibt mehr Zeit für den Kundenkontakt und die Lösung komplexer Aufgaben.

Roboter haben kein Mitgefühl

Jobs mit Zukunft sind vor allem in den Bereichen zu finden, wo Menschen viel mit anderen Menschen umgehen. Obwohl auch im Pflege- und Krankenhausbereich zunehmend der Einsatz von Robotern für einfache Tätigkeiten wie Fußböden säubern oder den Patienten das Essen ans Bett zu bringen diskutiert werden, können diese technischen Helfer keine Pflegearbeiten übernehmen. Roboter übernehmen sogar einige Teilbereiche von Operationen. Sie sind allerdings lediglich unterstützend tätig und können die Ärzte am OP-Tisch sicherlich nicht ersetzen. Berufe mit Zukunft gibt es auch im Bereich der Kinderbetreuung und in der Gastronomie. Diese Berufszweige leben von dem Kontakt mit den Kindern beziehungsweise den Kunden. Es ist kaum vorstellbar, dass ein Roboter ein Kind tröstet, das sich beim Spielen verletzt hat und oder einen freundlichen Kundenservice im Hotel oder Restaurant anbietet. Roboter punkten durch künstliche Intelligenz und Schnelligkeit und können daher viele Aufgaben übernehmen, zu denen der Mensch mittlerweile nicht mehr geeignet ist. Diese Fähigkeiten können jedoch nicht den zwischenmenschlichen Kontakt, Empathie, Sozialkompetenz, Intuition und Kreativität ersetzen. Daher haben künstlerische und kreative Tätigkeiten genauso eine Zukunft wie alle Berufe mit Zukunft, bei denen kritisches Denken, Flexibilität, Selbständigkeit und Unternehmergeist gefordert sind.

Wie sieht die Situation im Büro und im Handwerk aus?

Telefonisten, Datentypisten, Sekretariatskräfte und Buchhalter ohne höhere Ausbildung sind durch die fortschreitende Digitalisierung besonders gefährdet, denn sie führen häufig Arbeiten aus, die durch automatisierte Computerprogramme effektiver und kostensparender erledigt werden. Auch im Handwerksbereich hat die Technologie bereits Einzug gehalten. Allerdings werden Maurer, Maler, Elektriker oder Heizungsmonteure nicht komplett wegrationalisiert, denn Roboter können kein Haus bauen, Elektroleitungen verlegen oder Heizungen anschließen. Allerdings können sie in diesem Bereich unterstützende Arbeiten übernehmen, die früher die Handwerker selbst ausgeführt haben. Gerade im Handwerksbereich herrscht Fachkräftemangel, daher werden Maurer, Maler oder Elektriker vermehrt gesucht. Kein Roboter kann hoch qualifizierte Aufgaben wie die Steuererklärung, eine OP im Krankenhaus oder die Rechtsberatung von Mandanten übernehmen. Steuerberater, Ärzte und Rechtsanwälte wird es daher immer geben, genauso wie Ingenieure oder Architekten, die Bauprojekte planen und ausführen.

Es gilt jedoch nicht nur darüber nachzudenken, welche Berufe gefährdet oder wegrationalisiert werden, sondern auch darüber, welche Jobs eine Zukunft in der Schweiz haben. Computerexperten sind bereits heute sehr begehrt. Ihre Bedeutung wird im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und dem damit verbundenen technologischen Wandel steigen. In diesem Bereich werden zahlreiche neue Berufschancen verortet. Je abwechslungsreicher und anspruchsvoller die Tätigkeiten sind, desto weniger ist ein Arbeitsplatz von diesen Umwälzungen in der neuen Arbeitswelt bedroht. Auch wenn Roboter in der Industrie immer mehr Aufgaben übernehmen und daher zunehmend Industriearbeiter von ihren Arbeitsplätzen verdrängen, so muss die maschinelle Fertigung dennoch von Menschen überwacht werden und darf nicht einfach sich selbst überlassen werden

Weniger bekannte Berufe mit Zukunft

Unternehmensberater gehen davon aus, dass Bioingenieure, Tele-Chirurgen, Maschinenspezialisten und Big-Data Spezialisten gute Berufschancen in der Schweiz haben. Im Bereich Industrie 4.0 werden zahlreiche neue Berufe der Zukunft entstehen, von denen bisher kaum jemand etwas gehört hat und die hohe technische Fachkenntnisse erfordern. Hier werden Jobs wie Genetic-Diversity-Officer, Quantum-Machine-Learning-Analyst und Artificial-Intelligence-Assisted Healthcare-Technician genannt. Weitere Berufe mit Zukunft sind Datendetektiv, Cyber-Stadtplaner, Edge-Computing-Master und Augmented-Reality–Journey-Builder. Alleine diese Berufszeichnungen sorgen bei den meisten Menschen für viele Fragezeichen, ein Indiz dafür, dass diese Jobs vergleichsweise neu und daher noch weitgehend unbekannt sind.

Jobs mit Zukunft im zwischenmenschlichen Bereich

Die ganze Welt scheint mittlerweile nur noch von Digitalisierung, Industrie 4.0, künstlicher Intelligenz und dem technologischen Wandel zu sprechen. Viele Menschen haben Angst vor diesem neuen Zeitalter in der Arbeitswelt. Dabei ist diese Entwicklung nicht neu, denn mit Beginn des Industriezeitalters Mitte des 19. Jahrhunderts haben die Menschen ähnliche Erfahrungen gemacht und dieselben Ängste durchlebt. Auch damals fielen viele Tätigkeiten weg und ganze Berufsbilder verschwanden komplett aus der Arbeitswelt

Allerdings wird es auch immer Berufe mit Zukunft geben, die weniger technische Fachkenntnisse erfordern. Diese Jobs sind in den Bereichen Vernetzung, Umsorgen, Coachen und überall dort zu finden, wo viel zwischenmenschlicher Kontakt erforderlich ist. Roboter sind in mancherlei Hinsicht zwar schneller und effizienter als Menschen, sie können Kunden jedoch nicht beraten, Senioren nicht beim Einkaufen begleiten und keine kreativen und künstlerischen Arbeiten ausführen. In diesen Bereichen werden neue Berufsbilder wie persönlicher Gedächtniskurator, Betreuer/Spaziergänger für ältere Menschen, digitaler Schneider, Fitness-Commitment-Counselor und Ethikbeauftragter genannt

Foto: Pixabay

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2019-10-21T21:17:57+00:00